Der Leiter des Projektmanagements Wärme bei den Stadtwerken Hanau, Benjamin Thome, und der Verantwortliche für die Strategische Bestandsentwicklung / Energie bei der Baugesellschaft Hanau, Ulrich Mönch, geben sich vor einem Gebäude die Hand. Ulrich Mönch hält unter dem Arm eine schwarze Dokumentenmappe.
#Geplant #2026 #Partnerschaft September 2026

Wärme, Wandel, Wir-Gefühl

Wie authentische Partnerschaft die Zukunft der Wärme gestaltet

Der Klimawandel ist real. Das ist vor allem denjenigen bewusst, die sich täglich damit beschäftigen, ihm entgegenzutreten. Als Verantwortlicher für die Strategische Bestandsentwicklung / Energie bei der Baugesellschaft Hanau sucht Ulrich Mönch nach Wegen, Klimaziele mit der Wirklichkeit zu verbinden – und bleibt dabei einem Grundsatz treu: Nur wer miteinander redet, kann Zukunft gestalten.

Wenn sich Gesetze ändern und Technologien wandeln, braucht es Menschen, die Vorschriften, Bedürfnisse und Ziele mit der Realität in Einklang bringen. Ulrich Mönch tut genau das. Seit drei Jahren arbeitet er in seiner Position an der Schnittstelle von Ökologie, Wirtschaft und sozialer Verantwortung. Sein Alltag spielt sich dabei zwischen Schreibtisch, Quartier und Baustelle ab – mal strategisch im Büro, mal im Gespräch mit Mieterinnen und Mietern oder Technikern vor Ort. Wichtig ist ihm, dass das Zusammenspiel funktioniert, ohne dabei die Menschen, die nun einmal Teil dieses großen Ganzen sind, zu überfordern. Hierfür geht er einen Weg, der Brücken baut.

Mieterdialog mit Herz und Verstand.

Noch heizt die Sonne die Gemüter und Wohnungen. Doch dauert es nicht mehr lange, bis der Herbst erneut die Blätter fallen und die Temperaturen sinken lässt. Dann heißt es wieder: heizen – trotz hoher Heizkosten und unsteter politischer Rahmenbedingungen. Genau diese Sorgen schwebten 2014 über der Wohnanlage der Antoniterstraße, als Ulrich Mönch – damals noch Technischer Leiter – dort eintraf. Allerlei Mieterinnen und Mieter hatten sich für eine Informationsveranstaltung versammelt, um mit ihrem Vermieter, der Baugesellschaft Hanau, über die geplante Sanierung zu sprechen.

Die meisten Gesichter zeigten Skepsis. Begriffe wie BHKW und Contracting sorgten bei einigen für Stirnrunzeln. Ulrich Mönch nahm sich Zeit und erklärte geduldig, was Blockheizkraftwerke leisten, wieso Gasbrennwertkessel nur noch eine Übergangstechnologie sind und wie die Stadtwerke Hanau als Partner helfen, Versorgungssicherheit zu gewährleisten. „Anfangs gab es viele Fragezeichen“, erinnert er sich heute. „Einige glaubten, das ganze Projekt plus Heizkosten würde zu teuer werden. Sie fürchteten, seltener warm duschen zu können – das hat mich schon mitgenommen.“

Der Verantwortliche für die Strategische Bestandsentwicklung / Energie bei der Baugesellschaft Hanau, Ulrich Mönch, steht vor einer Backsteinwand und lächelt in die Kamera.
»Eine offene Kommunikation steigert die Akzeptanz energetischer Maßnahmen deutlich. Je früher alle Beteiligten eingebunden werden, desto eher entstehen Vertrauen und Planungssicherheit – auch für uns als Baugesellschaft.«
Ulrich Mönch
Ein begrünter Innenhof mit jungen Bäumen, bepflanzten Beeten und mehreren Wohngebäuden.

Diesen Ängsten gab er bewusst Raum: keine Einbahnstraße, kein „So machen wir das jetzt.“ Im Gegenteil. Er hörte zu, führte Diskussionen zu Ende, anstatt abzuwiegeln – offen und ehrlich. „Kosten der Umrüstung, Förderungen, Zeitpläne … wir haben alles transparent gemacht und nichts beschönigt. Gerade in der energetischen Transformation gibt es nun einmal viele offene Fragen. Einfach nur Lösungen zu präsentieren, bringt da nicht weiter. Es zählt, Perspektiven zusammenzubringen.“ So entstand Vertrauen. Heute ist die 1963 errichtete Wohnanlage vollständig energetisch saniert – und Heizkosten bleiben bezahlbar. „Das Schönste“, sagt Mönch, „war der Moment, als mich ein Mieter ansprach und mir sagte, er verstehe nun, warum wir alles so gemacht haben. Das war wunderbar.“

Zwischen Veränderung, Verantwortung und Vertrauen.

Seit 33 Jahren arbeitet Ulrich Mönch bei der Baugesellschaft Hanau. Er begann als gelernter Installateur und Heizungsbauer und holte seinen Handwerksmeister/Techniker später in der Abendschule nach. Seine Haltung beruht dadurch auf einem tiefen Verständnis: Er betrachtet Gebäude nicht nur als Substanz, sondern als Lebensräume. Genau das hat ihn an der Baugesellschaft Hanau gereizt. „Mich fasziniert an dieser Arbeit, dass technische Entscheidungen direkt bei den Menschen ankommen“, sagt er. „Da wird aus einer Excel-Rechnung plötzlich Lebensqualität.“

Heute trägt Mönch – gemeinsam mit seinem Team Technik- und Baumanagement – die Verantwortung mit für die strategische Wärmeentwicklung des gesamten Bestands. Seine Aufgabe besteht darin, zukunftsfähige Energie, Wirtschaftlichkeit und soziale Verträglichkeit miteinander zu verbinden. Dabei entwickelt er Konzepte am Schreibtisch, ist aber auch regelmäßig draußen im Bestand unterwegs. Denn: „Viele Dinge versteht man nun einmal erst vor Ort“, wie er sagt. Die neue Gesetzeslage – allen voran das Gebäudemodernisierungsgesetz – prägt seine Arbeit spürbar.

„Das größte Fragezeichen steht nicht hinter der Technik“, sagt er. „Es steht hinter der Frage: Was bedeutet das alles für mich persönlich?“ Deshalb setzt er auf Orientierung für alle – mit Informationsveranstaltungen, Anschreiben oder Gesprächen vor Ort. Dabei seien die meisten Gespräche unkompliziert. Vor allem Fragen per Telefon seien manchmal sehr spontan und somit oft die ehrlichsten Momente, weil die Menschen dann ganz konkret sagen, was sie bewegt. „Bezahlbarkeit ist der Schlüssel zur Akzeptanz. Klimapfade müssen wirtschaftlich und sozial gedacht werden. Förderung ist also keine Option, sondern eine Voraussetzung.“ Ein Grundsatz – nämlich seiner.

Der Verantwortliche für die Strategische Bestandsentwicklung / Energie bei der Baugesellschaft Hanau, Ulrich Mönch, trägt ein Headset und blickt in einem Leitstand auf mehrere Monitore mit technischen Anzeigen.
Der Verantwortliche für die Strategische Bestandsentwicklung / Energie bei der Baugesellschaft Hanau, Ulrich Mönch, und der Leiter des Projektmanagements Wärme bei den Stadtwerken Hanau, Benjamin Thome, stehen vor einem Gebäude und sprechen miteinander. Benjamin Thome erklärt etwas mit einer Handbewegung.
Eine technische Anlage mit Steuergeräten, Leitungen und schwarzen Dämmplatten. Im Hintergrund ist der Leiter des Projektmanagements Wärme bei den Stadtwerken Hanau, Benjamin Thome, unscharf zu erkennen.
Der Leiter des Projektmanagements Wärme bei den Stadtwerken Hanau, Benjamin Thome, und der Verantwortliche für die Strategische Bestandsentwicklung / Energie bei der Baugesellschaft Hanau, Ulrich Mönch, stehen in einem Technikraum vor einer Heizungsanlage und besprechen die technische Ausstattung. Benjamin Thome zeigt auf ein Gerät.
Ein Steuergerät für eine Fernwärmeanlage mit dem Logo der Stadtwerke Hanau und der Aufschrift MB-Brassen. Das Display zeigt eine Raumtemperatur von 27,1 Grad Celsius, darunter leuchten rote Kontrolllampen.

Eine Partnerschaft für das große Ganze.

Wenn Ulrich Mönch über das Thema Partnerschaft spricht, meint er vor allem einen gemeinsamen Weg – auch dort, wo es unbequem wird. „Partnerschaft heißt für mich, durch Unsicherheit zu gehen und nicht nur Erfolge zu feiern“, sagt er. Diese Haltung prägt auch die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Hanau. „Ich bin selten allein unterwegs. Oft sind Kollegen aus der Technik oder die Projektleiter dabei – und ganz wichtig: die Stadtwerke. Gerade wenn es um Energie und Wärme geht, macht es keinen Sinn, getrennt zu denken.“ Deshalb stimmen sich beide Unternehmen auch frühzeitig über Projekte ab, entwickeln gemeinsam Szenarien und Entscheidungen für ganze Quartiere. „Die Kommunikation ist sehr direkt: kurze Wege, viel Abstimmung, auch spontan. Das klappt alles sehr gut“, so Mönch.

„Mit den Stadtwerken verbindet uns besonders das Thema Wärme der Zukunft“, erklärt er. „Wir haben Prozesse geschaffen, in denen Lösungen zeitnah und abgestimmt umgesetzt werden. Das bringt Tempo und Qualität zugleich.“ Er erinnert sich an das Projekt im Erlenweg, wo von Beginn an eng zusammengearbeitet wurde. „Wir haben an derselben Seite des Tisches gesessen, gemeinsam auf die Aufgabe geschaut und dann auch gemeinsam Lösungen entwickelt. Das war für mich ein Schlüsselmoment. Seitdem denke ich Zusammenarbeit viel integrierter.“ Ziel des Projektes war, modernen, sicheren und barrierefreien Wohnraum zu schaffen und das Quartier langfristig zukunftsfähig machen. Heute zeigt es, wie Wohnungsbau und Wärmeinfrastruktur zusammen gedacht werden – weniger fossile, mehr erneuerbare und netzgebundene Lösungen. „Ein großer Pluspunkt ist, dass ich dabei immer auch meine festen Ansprechpartner habe und weiß, an wen ich mich wenden kann. Bei mir ist das meistens Benjamin Thome, der das Projektmanagement Wärme bei den Stadtwerken leitet. Wir sind schon ein richtig gut eingespieltes Team“.

Der Verantwortliche für die Strategische Bestandsentwicklung / Energie bei der Baugesellschaft Hanau, Ulrich Mönch, sitzt an einem Schreibtisch und betrachtet auf einem großen Monitor die Luftaufnahme eines Wohnquartiers.

Brücken bauen zwischen verschiedenen Perspektiven.

Ulrich Mönch beschreibt seine Arbeit als eine Übersetzungsleistung. „Zwischen Technik und Alltag, zwischen Energieversorgern, Bau und Mietenden. Jeder hat seine eigene Sicht – und alle müssen zusammengeführt werden.“ Er erzählt von einem Quartier, in dem Fachleute über Energieeffizienz diskutierten, während die Mietenden vor allem wissen wollten, ob die Warmwasserversorgung stabil bleibt. „Genau da setzt unsere Arbeit an: Dinge greifbar machen.“ In solchen Momenten geht er Schritt für Schritt vor, erklärt die Zusammenhänge und hört zu. „Nur, wenn sich niemand ausgeschlossen fühlt, entsteht Verständnis.“ Genau das ist in den meisten Projekten entscheidend für den Erfolg.

Mit viel Mut zur Langfristigkeit.

Bei alldem denkt Ulrich Mönch in Zeiträumen von Jahrzehnten. „Ich treffe heute Entscheidungen, die auch noch in 20 oder 30 Jahren tragbar sein müssen.“ Das heißt konkret für seine Arbeit: vorausschauendes Planen und Mitdenken für Generationen. „Wir müssen jetzt Strukturen schaffen, die auch unsere Kinder und Enkel als richtig empfinden.“ Das erfordert Mut. Besonders dann, wenn kurzfristig kostengünstigere, aber langfristig ungünstigere Alternativen verlockend scheinen.

»Ich treffe heute Entscheidungen, die auch noch in 20 oder 30 Jahren tragbar sein müssen.«
Ulrich Mönch

Partnerschaft als Haltung.

Was ihn antreibt? Das ist deutlich spürbar, wenn er von seiner Motivation spricht: „Wir arbeiten an einem der zentralen Themen unserer Zeit – wie wir künftig wohnen und heizen wollen. Und ich sehe täglich, dass unsere Entscheidungen echte Auswirkungen haben.“ Diese Verbindung aus strategischer Verantwortung und greifbarem Nutzen nennt er das Schönste an seinem Beruf. Besonders beeindruckt ihn der Pragmatismus der Partner aus Handwerk und Energiepraxis. „Hier trifft Erfahrung auf Realitätssinn. Gute Lösungen entstehen nicht im Lehrbuch, sondern im Dialog vor Ort.“ Seine Definition von Partnerschaft bringt er auf den Punkt: „Heute gemeinsam die richtigen Entscheidungen treffen, damit Wohnen auch morgen bezahlbar bleibt.“ Ein Bekenntnis, das durchatmen lässt.

Der Verantwortliche für die Strategische Bestandsentwicklung / Energie bei der Baugesellschaft Hanau, Ulrich Mönch, steht vor einem Gebäude und lächelt in die Kamera. Der Leiter des Projektmanagements Wärme bei den Stadtwerken Hanau, Benjamin Thome, ist rechts im Vordergrund unscharf zu erkennen.

Der Blick nach vorne.

Die Zukunft sieht Ulrich Mönch klar vor sich: Der Gebäudebestand soll ökologisch und zugleich bezahlbar sein. „Das wird nur gelingen, wenn Wohnungswirtschaft, Energieversorger und Kommunen auch weiterhin so eng zusammenarbeiten.“ Für ihn ruht Nachhaltigkeit auf drei Pfeilern: Dialogfähigkeit, Belastbarkeit und Geduld. „Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur Technik, sondern vor allem Haltung“, sagt er. „Sie zeigt sich, wenn wir Entscheidungen treffen, die Bestand haben – auf sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Ebene.“

Dieser Ansatz prägt die Baugesellschaft Hanau deutlich: Projekte werden heute integrierter, vernetzter und offener gedacht. Auch eine Art von Wärme, die zukunftssicher und dazu auch bezahlbar ist: das Vertrauen, dass man gemeinsam einfach mehr erreicht.

GMG: Der Rahmen für die Wärmewende im Wohnungsbau

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG oder GModG) ist der zentrale Rechtsrahmen für Heizen, Sanieren und energetisches Bauen in Deutschland. Es soll die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor schrittweise senken und die Wärmewende im Wohnungsbau voranbringen. Außerdem regelt es, welche energetischen Anforderungen Neubauten und Bestandsgebäude erfüllen und wie viel erneuerbare Energie neue Heizungen einsetzen müssen.

  • Das GMG wurde im Juli 2026 verabschiedet und löst damit das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG, umgangssprachlich auch oft als „Heizungsgesetz“ bezeichnet) ab.

  • Im Vergleich zu seinem Vorgänger soll es keine neuen verpflichtenden Sanierungsvorgaben für Bestandsgebäude enthalten und dadurch technologieoffener, praxistauglicher und flexibler sein.

  • Konventionelle Heizungen dürfen demnach weiter eingebaut werden. Die Klimaziele sollen dadurch erreicht werden, dass für neue Heizungen ein schrittweises Beimischen von Grüngas wie Biomethan verpflichtend wird – ab 1. Januar 2029 in Höhe von mindestens zehn Prozent mit einem aufwachsenden Anteil bis 2040 in drei Stufen.  

  • Diese sogenannte Bio-Treppe ersetzt die frühere Regelung des GEG, die einen Anteil erneuerbarer Energien von 65 Prozent vorsah.

  • Um Mieterinnen und Mieter vor überhöhten Nebenkosten durch den Einbau unwirtschaftlicher Heizungen zu schützen, werden weitere gesetzliche Regelungen erarbeitet. Das betrifft sowohl die Anpassung bestehender Gesetze als auch die Verabschiedung eines neuen Gesetzes, das eine hälftige Kostenaufteilung zwischen Mieter und Vermieter vorsieht.

  • Gleichzeitig muss auch die Verfügbarkeit von Biomethan betrachtet werden. Verbände fordern eine Biomassestrategie, in der es zu regeln gilt, aus welchen Quellen Biogas und Biomethan stammen soll, wie die Verteilung auf welche Einsatzbereiche erfolgen kann und wie eine integrierte Systemplanung aussehen muss, die auch die Kommunale Wärmeplanung mit einbezieht. Den Mietenden die unterschiedlichen Anwendungsfälle von Grüngasquote und Bio-Treppe zu erläutern, wird eine große Herausforderung werden.

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