Schnellen Schrittes dem Wandel entgegen: Wie zwei Frauen den größten Umbau in der Geschichte der Stadtwerke begleiten.
Wenn am frühen Morgen zwei Frauen zackig über das Gelände der Stadtwerke Hanau laufen, wissen alle: Astrid Lehnhardt und Kathrin Ebell sind im Einsatz. Die beiden Facility Managerinnen kennen jeden Winkel, jeden Keller sowie jede Dachrinne in der Leipziger Straße 17 – und begleiten und koordinieren jetzt den größten Umbau der Unternehmensgeschichte. Eine Aufgabe, die perfekt zu einem Duo passt, das sehr viel Erfahrung bei den Stadtwerken mit sich bringt.
Zwei Karrieren, ein Team.
Die SWH-Geschichte von Astrid Lehnhardt und Kathrin Ebell begann mit einer Gemeinsamkeit: Beide absolvierten hier ihre Ausbildung – wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten. So war Lehnhardt schon eine erfahrene Mitarbeiterin, als Ebell mit ihrer frischen Energie als perfekte Ergänzung auf ihre Kollegin stieß.
Kathrin Ebell wurde bereits nach ihrer Ausbildung im Bereich Facility eingesetzt. Dieser war damals im Hafen angesiedelt. „Vom Umfang her ist das aber längst nicht mit den heutigen Tätigkeiten vergleichbar. Diese sind sehr viel mehr, komplexer und auch anspruchsvoller“, erzählt Ebell. Lehnhardt arbeitete zunächst in den Abteilungen Finanzbuchhaltung und Organisation, bevor sie die Möglichkeit erhielt, im Facility Management eine komplett neue Herausforderung zu finden und dieses ganz neu aufzubauen.
Heute sind die beiden ein mehr als eingespieltes Team, das sich durch hohe Flexibilität auszeichnet. „Wenn die eine auf dem Gelände unterwegs ist, weiß die andere genau, was in den Bürogebäuden oder an einem der anderen Standorte zu tun ist. Wir ergänzen uns gegenseitig.“ Diese Arbeitsteilung hat sich über die Jahre entwickelt – auch deshalb, weil in einem Energieversorgungsunternehmen wie den Stadtwerken Hanau einfach immer etwas anfällt. Die beiden Mütter sind geübte Profis darin, mehrere Aufgaben unter einen Hut zu bringen, auch wenn das Pensum oft sehr hoch ist.
Von Rauchmeldern bis zum Baumregister.
Das Aufgabenspektrum des Facility Management-Duos ist beeindruckend: Sie koordinieren Handwerker, Fremdfirmen, den Sicherheitsdienst und das Reinigungspersonal. Auch für den Empfangsbereich sind sie die erste Anlaufstelle und stehen dort für alle Belange zur Verfügung, überwachen Brandschutzauflagen und bedienen bei Bedarf die Brandmeldezentrale, lassen anstehende Wartungen aller technischen Anlagen durchführen und sind erste Ansprechpartnerinnen bei Schäden und Reparaturen. Ihr Verantwortungsbereich erstreckt sich von den Verwaltungsgebäuden und dem Kundenzentrum im Forum Hanau über Wasserwerke bis hin zu den Heizwerken.
„Kein Tag ist wie der andere“, freut sich Kathrin Ebell. „Morgens kann es zum Ausfall der Heizungs- oder Schrankenanlage kommen, mittags organisieren wir interne Umzüge inklusive Büromöbel und nachmittags planen wir dann noch eine Brandschutzübung mit der Feuerwehr.“ Auch das Baumregister ist ein Thema, das von hier aus mit der Stadt Hanau abgestimmt wird: Wenn ein Baum auf einem Stadtwerke-Grundstück weichen muss, kümmern sie sich um die vereinbarten Ersatzbepflanzungen. Um die ökologische Vielfalt rund um die Wasserwerke zu erhalten, werden regelmäßig Futterhäuser für Vögel und Eichhörnchen sowie das benötigte Futter geordert. Auch an die besonders schützenswerten Siebenschläfer wird gedacht: Für sie wurden Nistkästen beschafft und sorgfältig die besten Plätze zum Anbringen ausgesucht.
Diese Vielseitigkeit hat Lehnhardt und Ebell zu den idealen Koordinatorinnen für das Großprojekt Standort-Neubau gemacht. „Wer, wenn nicht die beiden, kennen jeden Winkel unserer Liegenschaften?“, ist die rhetorische Frage der Geschäftsführerin Martina Butz, die nicht lange überlegen musste, wem sie diesen so wichtigen Job anvertraut.
»Das Besondere? Die Komplexität – modernste Standards in denkmalgeschützten Gebäuden bei laufendem Betrieb umsetzen.«
Projektkoordination für die Zukunft.
So also organisieren die beiden Managerinnen jetzt ein Millionenprojekt – halten Zeitpläne im Blick, koordinieren anstehende Vorarbeiten mit Architekten und Fachplanern und wissen, welcher Gebäudeteil wann geräumt werden muss. „Das Besondere dabei ist die Komplexität“, erklärt Lehnhardt. „Wir haben es mit denkmalgeschützten Gebäuden zu tun, müssen den laufenden Betrieb aufrechterhalten und gleichzeitig modernste Energieeffizienz-Standards umsetzen.“ Dabei profitieren sie von ihrer seit Jahren gewachsenen Erfahrung: „Wir wissen nicht immer genau, wo welche Leitungen verlaufen, weil erst in den letzten Jahren die Digitalisierung Einzug gehalten hat, aber wir wissen, in welchen Ordnern wir suchen müssen, welche Bereiche besonders sensibel sind und wo sich Überraschungen verstecken könnten.“
Die Fakten zum Standort-Umbau:
Der Zeitplan:
Ende 2025: Start der Abrissarbeiten (alte Fahrzeughalle, Stahlhalle)
2026: Bau der neuen Lagerhalle mit Büro- und Werkstattgebäuden
2027–2028: Energetische Sanierung der Hauptverwaltungsgebäude
2029: Vollständige Fertigstellung
Die Ziele:
Moderne Arbeitsplätze nach „New Work“-Konzepten
Energieeffizienz durch Wärmedämmung und PV-Anlagen
Barrierefreie und klimatisierte Räume
Verbesserte Logistik und Lagerhaltung
Schutz von Material vor Witterungseinflüssen
Die Motivation:
Eine Investition in die Zukunft, die den Stadtwerken Hanau helfen wird, im Wettbewerb um die besten Fachkräfte zu bestehen und die Herausforderungen der Energiewende erfolgreich zu meistern.
Nachhaltigkeit im Detail.
Der geplante Umbau verfolgt ehrgeizige Ziele: Wärmedämmende Fenster und Fassaden, Klimatisierung, begrünte Dächer mit Photovoltaikanlagen, barrierefreie Arbeitsplätze und moderne Arbeitswelten nach dem New-Work-Konzept. „Für uns bedeutet das, jeden einzelnen Schritt zu durchdenken“, sagt Lehnhardt. „Welche Materialien werden verwendet? Wie können wir Abfall vermeiden? Wo lassen sich nachhaltige Lösungen integrieren?“
Dazu gehört auch die energetische Sanierung der Hauptverwaltungsgebäude. „Wir verwandeln einen in die Jahre gekommenen Standort in einen zukunftsfähigen, nachhaltigen Arbeitsort“, betont Ebell. „Das Satteldach des großen vorderen Verwaltungsgebäudes wird durch ein Flachdach ersetzt und das Dachgeschoss ausgebaut – so schaffen wir nicht nur mehr Arbeitsplätze, sondern auch Raum für Photovoltaik und Dachbegrünung.“
»Wir bauen nicht nur Gebäude um – wir gestalten die Zukunft der Stadtwerke und Hanau Netz mit.«
Die Zukunft als Zielvorgabe.
Aber auch wenn die beiden Frauen über die kommenden Jahre sprechen, ist ihre Begeisterung spürbar. „Wir bauen nicht nur Gebäude um – wir gestalten die Zukunft der Stadtwerke und Hanau Netz mit“, sagt Kathrin Ebell. „Die neue Lagerhalle mit moderner Logistik, die flexiblen Arbeitsplätze, die nachhaltigen Technologien – das alles wird den Arbeitsalltag unserer Kolleginnen und Kollegen deutlich verbessern.“
Neben ihrer Rolle im Facility Management hat Astrid Lehnhardt noch eine weitere wichtige Aufgabe übernommen: Sie koordiniert auch das Krisenmanagement der Stadtwerke. „In unserem Geschäft ist Versorgungssicherheit das A und O“, erklärt sie. „Deshalb haben Basistrainings mit verschiedenen Szenarien – vom Blackout bis zur Naturkatastrophe – stattgefunden. Wir müssen unsere bestehende Infrastruktur immer wieder prüfen, anpassen und sicherlich noch ausbauen, um für eine Krisensituation gerüstet zu sein.“ Dieser Einblick ins Krisenmanagement kommt natürlich auch dem Umbau zugute, schließlich bringt ein Bauprojekt dieser Größenordnung immer Unvorhergesehenes mit sich. Das Wissen um den Ablauf in möglichen Krisensituationen hilft entsprechend, auch hier flexibel und ruhig zu reagieren.
Ein perfektes Team für eine große Aufgabe.
Alles in allem steht fest: Lehnhardt und Ebell sind weit mehr als die SWH Facility Managerinnen. Sie sind Mitgestalterinnen des Standorts der Zukunft. „Am Ende des Tages geht es darum, dass sich alle wohlfühlen – Kolleginnen und Kollegen, Kundinnen und Kunden und auch wir selbst. Dafür lohnt sich jeder schnelle Schritt über das Gelände,“ schließt Astrid Lehnhardt das Gespräch. Leidenschaft wie sie leibt und lebt.