Der Hessenwasser-Chemielaborant Daniel Young und Neo, der Stadtwerke-Kinderreporter, schauen im Labor auf gefüllter Reagenzgläser.
#Gesehen #2025 #Versorgungssicherheit Juli 2025

Der neugierige Detektiv im Reich der Wassertropfen

Ein 11-Jähriger entschlüsselt die Geheimnisse der Wasseranalytik

Jeden Tag drehen wir den Wasserhahn auf und vertrauen darauf, dass sauberes Trinkwasser herausfließt. Doch was steckt hinter dieser Selbstverständlichkeit? Im Wasserlabor von Hessenwasser in Darmstadt prüfen und bestätigen Experten regelmäßig, dass unser Hanauer Trinkwasser immer von allerbester Qualität und eines der am strengsten kontrollierten Lebensmittel überhaupt ist. Unser 11-jähriger Kinderreporter Neo ist in diese faszinierende Welt eingetaucht – und hat dabei entdeckt, dass diese sehr, sehr spannend ist.

Warum schmeckt das Wasser aus dem Hahn bei meinen Freunden anders als zu Hause? Kann man vom Leitungswasser krank werden? Fragen wie diese schwirren Neo durch den Kopf, als er – mit Kittel und Schutzbrille ausgestattet – das Wasserlabor von Hessenwasser betritt. Vor ihm surren geheimnisvolle Maschinen, blinken Displays und arbeiten Roboter-ähnliche Geräte mit Glasröhrchen.

Der 11-Jährige ist heute in einer ganz besonderen Mission hier: Als Kinderreporter nimmt er uns mit auf eine Entdeckungsreise in eine Welt, die für uns normalerweise unsichtbar bleibt.

Dass Neo hier steht, verdankt er einer besonderen Begegnung: Beim Girls’ and Boys’ Day der Stadtwerke Hanau war er in diesem Jahr eines der Kinder, die durch die technischen Bereiche wie Heizwerk, Werkstatt oder Wasserwerk geführt wurden. Dabei stellte Neo eine Frage nach der anderen. Seine Neugier fiel Geschäftsführerin Martina Butz auf – und so entstand die Idee, durch Neos Augen zu schauen und somit wichtige Einblicke in die Wasseranalytik der Hessenwasser GmbH & Co. KG zu bekommen.

Neo, der Stadtwerke-Kinderreporter, trägt eine Laborbrille und zieht sich den Laborkittel an.
Neo, der Stadtwerke-Kinderreporter, knöpft seinen neuen Laborkittel zu.
Neo, der Stadtwerke-Kinderreporter, trägt einen Laborkittel und eine Laborbrille und schaut stolz in die Kamera.

Hessenwasser GmbH & Co. KG – unser Partner für sauberes Trinkwasser

Hessenwasser ist der größte Wasserversorger in Hessen und versorgt rund 2,4 Millionen Menschen mit Trinkwasser. Das Unternehmen betreibt 21 Wasserwerke und unterhält ein Leitungsnetz von 337 Kilometern.

Die Stadtwerke Hanau arbeiten eng mit Hessenwasser zusammen und lassen regelmäßig Proben ihres eigenen Trinkwassers entnehmen, die dann im Labor auf Einhaltung der Grenzwerte überprüft werden.

Kernaufgaben:

  • Gewinnung und Aufbereitung von Trinkwasser

  • Betrieb und Instandhaltung der Wasserinfrastruktur

  • Kontinuierliche Qualitätskontrolle in modernen Laboren

  • Forschung und Entwicklung nachhaltiger Wassertechnologien

Nachhaltigkeit: 

Hessenwasser setzt auf ressourcenschonende Wassergewinnung, Energieeffizienz und den Schutz der Gewässer. Als kommunales Unternehmen steht nicht der Profit, sondern die Versorgungssicherheit im Mittelpunkt.

Der Hessenwasser-Chemielaborant Daniel Young zeigt Neo, dem Stadtwerke-Kinderreporter, eine Maschine im Labor.

Ein Detektiv mit Reagenzglas

Heute führt ihn Daniel Young durch das Zentrallabor des Unternehmens, ein erfahrener Chemielaborant mit einer besonderen Gabe: Er kann die komplexesten wissenschaftlichen Zusammenhänge so erklären, dass sie jeder versteht.

„Das Trinkwasser ist eines der am meisten kontrollierten Lebensmittel überhaupt.“ Mit diesen Worten beginnt Daniel die hochinteressante Exklusivführung durchs Labor. Was er Neo zeigt, belegt diese Aussage eindrucksvoll. Das Labor von Hessenwasser ist in drei spezialisierte Abteilungen unterteilt: Anorganik, Organik und Mikrobiologie. Die Tour startet in der Anorganik. „Wow, das sieht ja aus wie in einem Raumschiff!“, staunt Neo beim Anblick der vielen Geräte. Eins davon, die Ionenchromatographie, sucht nach negativ geladenen Teilchen im Wasser – genau denselben Stoffen, die man auf Wasserflaschenetiketten findet: Chlorid, Phosphat, Nitrat. „Das sind die Mineralien, die dem Wasser seinen Geschmack geben“, erklärt Daniel. „Je nachdem, durch welchen Boden das Wasser fließt, nimmt es andere Mineralien auf.“

Die Geräte im Labor arbeiten mit einer Präzision, die Neo staunen lässt. Automatische Probengeber funktionieren wie ein Karussell und messen nacheinander bis zu 21 Proben. Kleine Magnete, liebevoll „Rührfische“ genannt, sorgen dafür, dass sich die Proben gleichmäßig vermischen – „wie wenn du Zucker in deinen Tee rührst oder Kakaopulver in die Milch“, erklärt Daniel. Diese Automatisierung ermöglicht es dem Labor, rund um die Uhr zu arbeiten. Während das Personal werktags da ist, laufen die Maschinen kontinuierlich. Nur die Mikrobiologie ist auch am Wochenende besetzt, denn „die Bakterien wachsen ja auch am Wochenende“.

Eine Hand zeigt auf das Periodensystem der Elemente, das an einem Kühlschrank im Labor hängt. Neo, der Stadtwerke-Kinderreporter, ist vorne im Bild unscharf zu erkennen.
Neo, dem Stadtwerke-Kinderreporter, gestikuliert und erzählt, während der Hessenwasser-Chemielaborant Daniel Young im Hintergrund an einen Kühlschrank gelehnt zuhört.
Neo, der Stadtwerke Kinderreporter, steht im Labor und lacht. Im Hintergrund ist der Hessenwasser-Chemielaborant Daniel Young zu sehen.
»Das Periodensystem der Elemente umfasst jedes Element, das es im Weltall und auf der Erde gibt, das man kennt. Aus diesen Elementen ist alles aufgebaut.«

Nicht sichtbar, aber trotzdem allgegenwärtig

„Du musst dir vorstellen, unsere Welt ist wie ein Lego-Baukasten“, sagt Daniel und zeigt auf eine Tafel mit dem Periodensystem. „Du hast einzelne Steine. Wenn du manche dieser Steine zusammenfügst, hast du ein Haus.“ Neo nickt verstehend. „Cool, wie bei meinen Lego-Technik-Kästen zu Hause.“ Das Periodensystem, erklärt Daniel weiter, umfasst also alle bekannten Elemente im Universum. „Alles, was du hier siehst, besteht aus irgendwelchen dieser Elemente. Sogar die Luft, die wir nicht sehen.“

Eine faszinierende Erkenntnis für Neo: Er selbst besteht hauptsächlich aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Schwefel. Seine Knochen sind reich an Kalzium, sein Blut enthält Eisen für den Sauerstofftransport. „Und Magnesium ist gut für deine Muskeln“, ergänzt Daniel, „aber zu viel davon kann abführend wirken“, zwinkert er ihm zu. „Das ist ja verrückt! Ich bin also wie ein kleines Chemielabor!“, lacht Neo begeistert.

In den Proben, die Daniel täglich untersucht, findet er genau diese Elemente wieder. Manche sind lebenswichtig, andere können in zu hohen Konzentrationen schädlich werden. „Selen zum Beispiel ist ein lebensnotwendiges Spurenelement“, erklärt er, „aber wenn es in einer zu hohen Konzentration im Trinkwasser enthalten ist, wird es giftig. Du kennst bestimmt den Spruch: Die Dosis macht das Gift.“ Neo nickt. „Wie bei Vitamintabletten. Mama sagt auch immer: Zu viele sind nicht gut.“

Die Profis im Porträt

Neo, der Stadtwerke-Kinderreporter, steht mit Laborkittel und -Brille im Labor und lacht in die Kamera.
Der Hessenwasser-Chemielaborant Daniel Young steht draußen vor einem Gebäude und lacht in die Kamera.

Neo Felix Beck
Kinderreporter

Neo besucht die sechste Klasse der Limesschule in Altenstadt. Seine Begeisterung für die Stadtwerke begann beim Girls’ and Boys’ Day, wo er durch besonderes Interesse auffiel. Als er gefragt wurde, ob er Kinderreporter werden möchte, sagte er sofort ja. Seine Superkraft: Die richtigen Fragen zu stellen, die auch Erwachsene beschäftigen.

Daniel Young 
Chemielaborant bei Hessenwasser

Daniel ist seit drei Jahren bei Hessenwasser und bringt zehn Jahre Erfahrung bei einem traditionsreichen Wissenschafts- und Technologieunternehmen aus den Bereichen medizinische Versorgung, Biowissenschaften und Elektronik mit. Nach einem Ausflug in den öffentlichen Dienst fand er bei Hessenwasser seine berufliche Heimat. Auch privat trinkt er ausschließlich Leitungswasser.

Ein ewiger Kreislauf

Während Neo fasziniert eine Wasserprobe in die Luft hält und betrachtet, stupst Daniel ihn an und klärt ihn darüber auf, dass das, was am Boden des Röhrchens zu sehen ist, Kot ist. „Igitt!“, ruft Neo und verzieht das Gesicht, hält aber trotzdem neugierig das Röhrchen weiter hoch. „Die Mikroorganismen sind in den Kläranlagen wie unsichtbare Helfer. Die finden das total lecker und essen das alles auf“, beschreibt er den Reinigungsprozess auf eine Art, die Neo sofort versteht.

Was also aus Toiletten, Waschbecken und Straßenabflüssen kommt, gelangt in die Kläranlage. Dort leben in sogenannten Belebungsbecken Milliarden von Mikroorganismen, die organische Verschmutzungen konsumieren und dabei CO₂ produzieren. „Das Problem wäre, wenn Stickstoff- und Phosphorverbindungen ungefiltert in die Gewässer gelangen“, warnt Daniel. „Die wirken wie Dünger. Dann wachsen zu viele Algen, der Sauerstoff geht aus, und die Fische sterben.“ Zudem wäre es bei der Aufbereitung von neuem Trinkwasser problematisch, weil diese zusätzlichen Stoffe dann wieder aufwändig aus dem Grundwasser gefiltert werden müssten.

Die Wissenschaft des Geschmacks

„Warum schmeckt das Wasser anders, wenn ich bei Freunden oder im Urlaub bin?“ Mit dieser Frage trifft Neo den Kern der Wasseranalytik. Daniel erklärt es anschaulich: „Der Boden hat verschiedene Zusammensetzungen, und unser Wasser wird immer aus dem Boden gewonnen. Je nachdem, wo das Wasser herkommt, sind verschiedene Mineralien drin, und die verändern den Geschmack.“ Hier im Hessischen Ried, nimmt das Wasser viel Kalzium und Magnesium auf. Das macht es „hart“ – schlecht für den Wasserkocher, aber perfekt für den Körper. „Das ist gut für deine Knochen und Zähne“, betont Daniel. „Dein Körper braucht das.“

Der Hessenwasser-Chemielaborant Daniel Young zeigt dem Stadtwerke-Kinderreporter etwas auf einem Bildschirm im Labor.
»Du musst dir keine Sorgen machen, dass du durch das Trinken von Trinkwasser etwas Giftiges zu dir nimmst. Ganz im Gegenteil!«

Hierfür gibt es die Trinkwasserverordnung, das Fundament Daniels täglicher Arbeit. „Sie ist unser allerwichtigstes Gesetz“, betont er. „Sie sagt: Wasser muss so sein, dass du es dein ganzes Leben lang trinken kannst, ohne dass dir etwas dabei passiert.“ Eine für Neo wichtige Information: Die Grenzwerte liegen weit unter den theoretischen Gefahrenschwellen. Die Gesundheit ist also selbst bei Schwankungen nie gefährdet – im Gegenteil. Leitungswasser ist gesund.

Wie Wasser verunreinigt werden kann

„Gibt es noch etwas Verrücktes, was du über Wasser zu erzählen hast?“, will Neo wissen. Daniels Antwort zeigt, wie menschliches Verhalten das Wasser beeinflusst: „In Oberflächengewässern sind sehr, sehr viele Süßstoffe. Wenn Leute zum Beispiel Cola Light trinken, können ihre Körper diese Süßstoffe nicht verstoffwechseln. Die werden also wieder ausgeschieden – und landen dann in den Flüssen.“ „In den Flüssen? Unser Pipi landet doch nicht in den Flüssen, solange wir nicht direkt reinpinkeln, oder?“, will Neo wissen. Daniel lacht. „Das stimmt. Aber die Kläranlagen können diese künstlichen Süßstoffe nicht herausfiltern. Deshalb reichern sie sich in den Gewässern an.“

Ob es etwas gibt, das man nicht ins Klo werfen sollte, interessiert Neo daraufhin. „Medikamente,“ antwortet Daniel bestimmt. Auch bei Schmerzsalben, die ins Abwasser gelangen, wenn man sich nach dem Eincremen die Hände wäscht, gebe es einen Trick: „Wische stattdessen einfach deine Hände mit einem Papiertuch ab und wirf das dann in den Müll“, rät Daniel.

Nicht alle Herausforderungen kommen von Menschen. Daniel erklärt Neo, wie das Labor mit natürlichen Verunreinigungen umgeht: „Manchmal haben wir Uran im Wasser – das kommt aus dem Gestein.“ „Ist das gefährlich?“, fragt Neo besorgt. „Nein, auch hier gibt es Lösungen“, beruhigt Daniel. „Wenn ein Brunnen erhöhte Werte hat, mischen wir sein Wasser mit anderem, bis die Konzentration stimmt.“ Bei organischen Schadstoffen ist oft Geduld gefragt, weil sie sich langsam durch den Boden bewegen. Was dann getan wird: „Wir können einfach warten, bis eine Schadstoffspur vorbeigezogen ist.“ Bei anorganischen Stoffen, die meist aus dem Gestein stammen, hilft die Verdünnung durch Mischung.

Eine mit einem blauen Gummihandschuh behandschuhte Hand hält ein Reagenzglas, im Hintergrund ist der Oberkörper eines Menschen mit Laborkittel zu erkennen.
Der Hessenwasser-Chemielaborant Daniel Young sitzt mit Neo, dem Stadtwerke-Kinderreporter, auf dem Balkon der Kantine. Neo stellt Daniel eine Frage.

Ein Blick in die Zukunft

„Wird das Wasser in der Zukunft sauberer oder wird es da Probleme geben?“, will Neo wissen. Daniels Antwort ist ehrlich: „Die Sache ist die: Die Industrie entwickelt immer weiter neue Chemikalien und Substanzen. Hier muss ganz sicher ein Mittelweg gefunden werden, der alle glücklich macht. Besonders die sogenannten Ewigkeits-Chemikalien – Stoffe, die sich nicht natürlich abbauen – stellen neue Herausforderungen dar. Die Forschung arbeitet aber ständig daran, dass das Wasser sauber bleiben kann“, versichert Daniel.

Für Neo war dieser Tag eine echte Entdeckungsreise. Er hat gelernt, dass hinter dem selbstverständlichen Drehen des Wasserhahns eine komplexe Wissenschaft und die kontinuierliche Arbeit vieler Menschen steht. Menschen wie Daniel, die täglich kontrollieren, dass wir sicheres und hochwertiges Trinkwasser haben. Als Neo das Labor verlässt, nimmt er aber neben all diesem Wissen etwas sehr Wichtiges mit: eine neue Wertschätzung für das kostbarste Lebensmittel der Welt, sauberes Wasser aus dem Wasserhahn. Schließlich steht hinter jedem Tropfen modernste Wissenschaft und das Engagement von Menschen, die für unsere Gesundheit sorgen.

Neos wichtigste Erkenntnisse aus dem Wasserlabor

Sicherheit garantiert:

  • Trinkwasser ist eines der am strengsten überwachten Lebensmittel

  • Ständige Laborkontrollen sichern einwandfreie Qualität

  • Lebenslanger Konsum ist absolut unbedenklich

  • Geschmacksunterschiede kommen durch die unterschiedliche Zusammensetzung von Mineralien

Umweltschutz zu Hause:

  • Keine Medikamente ins Klo werfen

  • Schmerzsalben mit Papiertuch abwischen

  • Bewussten Umgang mit Chemikalien pflegen

Trinkwasser ist Superwasser:

  • Ökologisch optimal, da es auf lange Transportwege und Plastik verzichtet

  • Von Expertinnen und Experten täglich getrunken

Ende der Geschichte

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