Im Vordergrund eine Pflanze, im Hintergrund erkennt man unscharf Louis Bange, der am Laptop sitzt.
#Geschützt #2025 #Klima und Umwelt Juli 2025

Die Gen Z bei den Stadtwerken: Wie Louis Bange den Klimaschutz mit seiner Arbeit vorantreibt

Verbrauchswerte, Emissionsfaktoren, Wirkungsgrade: Louis Bange sitzt an seinem Schreibtisch und sammelt akribisch Daten. Was für viele auf den ersten Blick wie ein klassischer Bürojob aussieht, ist für den 28-Jährigen ein entscheidender Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel. Indem er die CO₂-Bilanz der Stadtwerke erstellt, schafft er die Grundlage für konkrete Klimaschutzmaßnahmen. Man könnte also sagen, er ist der Datendetektiv der Stadtwerke für den Klimaschutz.

Vom Geisteswissenschaftler zum Nachhaltigkeitsexperten.

Der Weg in die Energiebranche war für Bange keineswegs vorgezeichnet. Nach seinem Abitur im Jahr 2015 studierte er Internationale Beziehungen und Geschichtswissenschaften in Erfurt. Fächer, die eher wenig mit Energieversorgung zu tun haben.

„Während des Studiums wurde das Thema Klimaschutz immer präsenter, vor allem natürlich ab 2018 durch die Fridays-for-future-Bewegung“, erinnert er sich. Mehr und mehr überkam ihn das Gefühl, auch aktiv etwas tun zu wollen, anstatt sich in der Theorie zu verlieren. Deshalb entschied sich Louis Bange nach seinem Bachelor dafür, in dieser Richtung zu arbeiten und somit einen konkreten Beitrag zu leisten.

So kam er als Werkstudent zu den Stadtwerken Hanau, um bei der Erstellung des CO₂-Fußabdrucks zu helfen. Was als vorübergehende Tätigkeit begann, entwickelte sich nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums zu einer festen Anstellung im Marketing.

Louis Bange steht in einem weißen T-Shirt mit verschränkten Armen unter einem Baum und schaut in die Ferne.

Die Macht der strukturellen Veränderung.

„Was mich an meiner Arbeit begeistert, ist die Möglichkeit, strukturelle Veränderungen anzustoßen“, erklärt Bange. Er ist überzeugt, dass gerade die Energiebranche eine entscheidende Rolle spielt.

„Man darf die Verantwortung nicht immer auf die einzelnen Menschen abschieben. Natürlich kann und sollte jeder im Alltag etwas beitragen: weniger Fleisch essen, bewusster konsumieren. Aber die wirklich großen Hebel liegen bei den Strukturen und Systemen.“

Diese Überzeugung motiviert ihn täglich bei seiner Arbeit. „In der Energiebranche können wir an diesen Strukturen ansetzen. Und besonders in einem überschaubaren Unternehmen wie den Stadtwerken kann man tatsächlich etwas bewegen.“

Zahlen, die bewegen.

Seine Hauptaufgaben kreisen um zwei zentrale Projekte: die jährliche Erstellung des CO₂-Fußabdrucks und die Weiterentwicklung des CO₂-Minderungspfades der Stadtwerke Hanau.

„Im Frühjahr erhebe ich die Daten für den CO₂-Fußabdruck, im Sommer analysieren wir die Ergebnisse“, beschreibt der junge Enthusiast seinen Jahresrhythmus. Ende 2023 entwickelte er den CO₂-Minderungspfad, der jährlich intern und extern überprüft und gegebenenfalls angepasst wird.

Was eher nüchtern klingt, hat für ihn eine tiefere Bedeutung: „Die Zahlen zeigen uns, wo wir stehen und wohin wir müssen. Sie machen den Fortschritt messbar und bilden die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen.“

Die Herausforderung der Zusammenführung.

Louis Bange sieht noch viel Potenzial in der Weiterentwicklung seiner Arbeit. „Momentan haben wir noch viele Einzelbaustellen, die besser zusammengeführt werden sollten“, erklärt er. „Der CO₂-Fußabdruck, der Minderungspfad, das Energie-Audit, die verschiedenen Berichtspflichten – all das könnte noch stärker verzahnt werden.“

Er hat bereits ein Konzept entwickelt, wie all diese Teilbereiche professionalisiert und besser zusammengeführt werden könnten. Dabei ist ihm wichtig, dass das Thema nicht als isolierte grüne Initiative betrachtet, sondern in alle Geschäftsbereiche integriert wird: „Die große Herausforderung ist, nicht nur emotional zu vermitteln, sondern auch mit betriebswirtschaftlichen Zahlen zu untermauern. Nur so können wir langfristig alle Entscheidungsträger überzeugen.“

»Die große Herausforderung ist, nicht nur emotional zu vermitteln, sondern auch mit betriebswirtschaftlichen Zahlen zu untermauern. Nur so können wir langfristig alle Entscheidungsträger überzeugen.«
Louis Bange steht in einem weißen T-Shirt unter einem Baum und lächelt in die Kamera.
Zwei Hände auf der Tastatur eines Laptos, auf dessen Bildschirm die Nachhaltigkeitsseite der Stadtwerke zu erkennen ist.

Zwischen Regularien und Visionen.

In seiner täglichen Arbeit bewegt sich Bange zwischen komplexen, sich fortwährend ändernden politischen Rahmenbedingungen und großen Visionen für die Zukunft. Dazu zählt beispielsweise die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die mittlerweile für Unternehmen wie die Stadtwerke Hanau nicht mehr verpflichtend ist, aber dennoch relevante Leitlinien für das Unternehmen vorgeben kann. Diese Spannung empfindet er manchmal als herausfordernd.

 „Wenn man sich zu sehr in Excel-Tabellen und Regularien verliert, kann das demotivierend sein“, gibt er zu. „Aber dann erinnere ich mich immer wieder daran, warum wir das alles tun.“

Um sein Wissen zu vertiefen, absolviert er aktuell eine Weiterbildung zum Sustainability-Manager. „Es ist ermutigend zu sehen, wie viele engagierte junge Menschen in diesem Bereich arbeiten“, erzählt er. „Das gibt mir Hoffnung.“

Erfolge, die Mut machen.

Trotz aller Herausforderungen sieht Bange positive Entwicklungen. So wurde letztes Jahr beispielsweise der Earth Overshoot Day abgehalten – ein kleines, aber wichtiges Zeichen, das uns zeigt, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. „Es ist manchmal frustrierend, wenn man als Einzelperson versucht, verantwortungsbewusster zu leben – dann aber Zugfahren teurer ist als Fliegen oder ökologische Produkte mehr kosten als konventionelle. Aber hier, in meinem Job, kann ich konkret etwas bewirken.“

Für Louis Bange steht fest: Der Wandel zu mehr Nachhaltigkeit ist möglich, und er ist stolz darauf, seinen Teil dazu beizutragen. „Meine Arbeit mit Zahlen und Daten mag nicht so glamourös sein, aber sie ist ein wesentlicher Baustein für den Klimaschutz – für unsere Stadt und letztlich für unseren Planeten.“

Sie möchten sich gerne ein genaueres Bild von unseren geplanten und bereits umgesetzten Maßnahmen machen? Hier geht’s zu unserem CO₂-Minderungspfad:

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